Im Lesetraining selbst werden aus didaktischen Gründen einfache bis mittelschwere Texte verwendet: Die Heranziehung sehr schwierigen Textmaterials würde die Einübung neuer Lesegewohnheiten unnötig erschweren und erforderte außerdem eine Differenzierung nach diversen Fach- und Interessensschwerpunkten, die im Rahmen eines Gruppentrainings kaum leistbar wäre. Die von uns vermittelten Lesetechniken können aber prinzipiell gleichermaßen auf schwierige und einfache Texte angewendet werden; Gleiches gilt für die Kursthemen Gedächtnis, Konzentration und Lernpsychologie.
Auch bei der Lektüre komplexer juristischer oder technischer Fachtexte muss nicht jedes einzelne Wort separat erfasst werden. Ständiges Zurückspringen in derselben Zeile wirkt sich auch hier auf Lesetempo und -verständnis hinderlich aus. Obwohl bei schwierigen Texten naturgemäß eine größere Neigung zum Mitsprechen, Zurückspringen und Wort-für-Wort-Lesen besteht als bei einfachen, ist es eine Frage der Übung und Gewöhnung, auch hier eine angemessene Verbesserung der Leseleistung zu erzielen. Selbst eine 25%ige Temposteigerung spart Ihnen bei täglich zwei Stunden Lesezeit über 10 Arbeitstage pro Jahr.
Wir gehen ohnehin nicht davon aus, dass Fachliteratur nach dem Kursbesuch in doppelter oder dreifacher Geschwindigkeit gelesen werden sollte, sondern legen hier den Akzent auf intensiveres, konzentrierteres Lesen, gezieltere Recherchetechniken und besseres Verständnis.
Außerdem empfehlen wir, wichtige Texte mehrfach zu lesen: Bei der erneuten Lektüre dürfte wegen des schon erreichten Vorverständnisses und verbesserter Blickprozesse leicht ein wesentlich höheres Tempo erzielt werden. Die im Kurs vermittelten flexiblen Lesestrategien ermöglichen eine optimale Anpassung des Lesetempos und der Leseintensität an den gegebenen Stoff.