Schneller lesen und besser verstehen – aber wie?

 

Wohl jeder träumt davon, Texte schneller lesen zu können, natürlich ohne dass das Verständnis leidet. Unsere provokante Aussage zum Thema “schneller lesen” lautet: Man muss schneller lesen, um besser zu verstehen und mehr vom Inhalt zu behalten. Sie kennen doch zum Beispiel das Phänomen, dass gelegentlich Ihre Gedanken beim Lesen abschweifen, obwohl Sie sich eigentlich gut konzentrieren wollten. Der Grund ist, dass Sie nicht schnell genug lesen! Beim normalen Lesetempo ist das Gehirn nicht genügend ausgelastet – bis zu 75 % der Gehirnkapazität sind gar nicht in den Leseprozess eingebunden, weil Sie weit unter Ihren Möglichkeiten lesen.

 

Ihr Gehirn ist eigentlich darauf angelegt, deutlich schneller zu lesen. Die logische Konsequenz ist, dass das Gehirn sich andere Themen sucht – ganz besonders natürlich, wenn das Thema des Textes gerade nicht ganz so spannend ist. Wenn Ihnen dies das nächste Mal passiert: Schneller lesen wäre eine wirksame Sofort-Maßnahme. Sie werden vermutlich feststellen, dass Sie gerade durch das schnelle Lesen mehr bei der Sache bleiben, konzentrierter sind und auch mehr vom Inhalt hängenbleibt. Schneller lesen ist also nicht nur eine Zeitersparnis, sondern macht das Lesen auch fesselnder und ertragreicher.

Schneller lesen bedeutet verbesserte Blickführung

 

Es geht beim Schnelllesen allerdings nicht um Querlesen, Diagonallesen oder irgendwie “huschiges”, unsauberes Lesen. Das schnellere Lesen soll vielmehr in erster Linie durch eine verbesserte Blickführung erzeugt werden: Im Normalfall neigen wir etwa dazu, ständig zurückzuspringen, weil wir uns verunsichern lassen und glauben, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Nach einer solchen Regression (Zurückspringen) stellen wir aber zumeist einfach nur fest, dass wir sehr wohl alle Informationen bereits erfasst hatten. Es hindert uns also nicht nur am schnelleren Lesen, sondern dient auch dem Verständnis keineswegs. Im Gegenteil: Durch das ständige Vor und Zurück werfen wir auch die Logik des Textes gehörig durcheinander, wodurch das Textverständnis gerade erschwert wird. Außerdem verleitet uns das häufige Zurückspringen dazu, relativ unwichtigen Textstellen eine viel zu hohe Bedeutung einzuräumen. Es zeigt sich also nochmals, dass es einem guten Textverständnis gerade entgegenkommt, wenn wir schneller lesen – vorausgesetzt, es geschieht mit der richtigen Technik.

 

Schnelleres Lesen ist weiterhin das Ergebnis breiter Fokussierungen. In der Grundschule haben wir zunächst die Buchstaben des Alphabets gelernt, dann Silben und schließlich ganze Wörter. Dabei blieb es dann aber auch: Wir sind dabei stehengeblieben, mehr oder weniger von einem Wort zum nächsten zu springen. Wir könnten jedoch viel schneller lesen. Denn unser Auge ist anatomisch in der Lage, etwa drei bis vier Zentimeter auf einmal klar zu erfassen, d.h. im Normalfall deutlich mehr als nur ein Wort. Wir erfassen nur dann eine gedruckte Information, wenn wir kurz anhalten, und jeder dieser kleinen Blickstopps dauert etwa eine Viertelsekunde. Daraus folgt, dass wir um so schneller lesen, je weniger oft wir anhalten.

Weniger Blickstopps für mehr Verständnis

 

Wenn wir gleichzeitig bei jedem Blickstopp mehrere Wörter auf einmal erfassen, müssen wir auch nichts auslassen und können trotzdem schneller lesen. Diese Technik nennen wir “Chunken” (engl. “chunk” = großer Brocken) oder Sinngruppen-Lesen. Der Bonus daran: Es hat nicht einfach nur ein schnelles Lesen zur Folge, sondern auch das Verständnis verbessert sich. Denn indem wir nicht nur ein, sondern mehrere Wörter gleichzeitig aufnehmen, erfassen wir leichter einen bedeutungsvollen Sinnzusammenhang. So ergänzen sich “schneller lesen” und “besser verstehen” optimal.

Sie sehen: Schneller lesen ist für uns kein Selbstzweck; es geht nicht darum, einfach blind das Lesetempo zu steigern oder gar Schnelllese-Wettbewerbe zu veranstalten. Das schnellere Lesen ist vielmehr ein Mittel zum Zweck des besseren Lesens – und womöglich auch einer gesteigerten Lesefreude, einfach weil Sie sich stärker fordern.

Es reicht nicht, diesen Zusammenhang zwischen schnellem Lesen und gutem Textverständnis einmal verstanden zu haben. Man muss die neuen Lesetechniken trainieren, am besten in einem gut strukturierten, seriösen Präsenzkurs. Schneller lesen sollte dabei immer nur das Ergebnis einer verbesserten Blickführung sein, also quasi ein “zufälliger” Nebeneffekt und nicht der alleinige Ansatzpunkt. Wir von Improved Reading verfügen international über die längste Erfahrung und die meisten Referenzen als Lesetraining. Lernen Sie mit uns schneller lesen und besser verstehen – es lohnt sich.

 

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