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Schneller lesen lernen: Anleitung zum effizienten Lesen

Peter Stonn Allgemein

Ob Sie derzeit studieren, mit beiden Füßen im Beruf sind oder beides kombinieren: Wenn Sie schneller lesen lernen, sind Sie im Umgang mit Texten effizienter. Effizienz beim Lesen bedeutet konzentrierter, zügiger und mit einem besseren Textverständnis Texte zu lesen.

1. Speed Reading, Schnelllesen, PhotoReading, AlphaReading: die Begriffe

Was haben Sie bisher nicht alles für Begriffe gehört. Speed Reading, Schnelllesetechniken, Skimmen, Scannen, AlphaReading, Z-Reading usw usw.

Hinter jedem der Begriffe verbirgt sich etwas. In der Summe gehört es zu einer Thematik. Speziell unterscheiden sich die einzelnen Begriffe. Wie sich die Begriffe unterscheiden, erfahren Sie in einem anderen Beitrag. In diesem Beitrag geht es jedoch weniger um die Unterschiede, sondern darum wie Sie schneller lesen lernen.

Wichtiger Hinweis für Sie: In diesem Text erfahren Sie, wie Sie schneller lesen lernen können. Der Text umfasst ca. 3100 Wörter. Ein durchschnittlicher Leser braucht dafür 15 Minuten. Falls Sie derzeit die Möglichkeit nicht haben 15 Minuten konzentriert zu lesen, dann senden Sie sich den Link zu dieser Seite am besten per Mail zu. Nehmen Sie sich bei nächster Gelegenheit ein Zeitfenster von 15 Minuten und bearbeiten Sie diesen Text in Ruhe. So haben Sie mehr vom Inhalt.

2. Schneller lesen lernen: Gründe, Vorteile, Fokus

  • Wenn Sie schneller lesen lernen, verstehen Sie mehr vom Inhalt.
  • Die gewonnene Zeit können Sie dazu nutzen einen Text intensiver zu bearbeiten, noch mehr zu lesen oder sich anderen Dingen zu widmen.
  • Sie lesen die Texte konzentrierter und Ihre (Lese)Motivation steigt.
  • Das schnelle Lesen sorgt dafür, dass Sie Ihren Stresspegel reduzieren. Durch das zügigere Lesen arbeiten Sie die Pflichtinformationen in kürzerer Zeit ab.
  • Schnelllesen ist eine der besten Zeitmanagement-Methoden. Das ist einer der wenigen Bereiche, die seit der Grundschulzeit (wo das Lesen gelernt wurde) wenig weiter trainiert wurde.
  • Der Fokus beim Erlernen der Schnelllesetechniken liegt auf Fachtexten. Allerdings werden Sie feststellen, dass das schnelle Lesen auch auf Genusstexte Auswirkungen haben wird. Sobald ein Krimi spannender wird, wollen Sie schließlich erfahren, wer der Mörder ist.

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3. Die Geburt der Schnelllesetechniken

Begonnen hat alles zu Zeiten des Ersten Weltkrieges. Die Wahrnehmungsfähigkeit der Kampfflieger der Royal Air Force wurde so weit trainiert, dass diese innerhalb kürzester Zeit – 500 Millisekunden um genauer zu sein – Freund vom Feind unterscheiden konnten. Da die Erfolge sehr gut waren, lies der Transfer in andere Bereiche nicht lange auf sich warten. Und der Transfer war einem Mann zu verdanken, dessen Name selten mit Speed Reading im Zusammenhang gebracht wird: Guy Thomas Buswell.
Schnell lesen lernen mit militärischem Ursprung
Schnelles lesen hat den Ursprung beim Militär.

Buswell kam rein zufällig als Student des York College mit einem berühmten Buch von Hugo Munsterberg zum Thema Psychologie und industrielle Effizienz in Berührung und fing an sich für die angewandte Psychologie zu interessieren. Als gelernter Apotheker begann er 1914 ein Aufbaustudium in angewandter Psychologie an der Chicago University. 1917 holte auch ihn der Erste Weltkrieg ein und er trat in den Signal Corps ein, eine Fernmeldetruppe. Rein zufällig kam er mit dem Training der Piloten in Berührung. Es faszinierte ihn, wie die Piloten innerhalb kürzester Zeit lernten, verschiedene Flugzeugtypen zu unterscheiden. Diese Erfahrung prägte seinen anschließenden Werdegang. Buswell kehrte nach dem ersten Weltkrieg an die Chicago University zurück und fing an das Leseverhalten von Menschen zu erforschen. Nach seiner Doktorarbeit »An experimental study of the eye-voice span in reading« folgte er dem Ruf einer Professur und widmete sein Leben der Erforschung des Lesens und den Verbesserungsmöglichkeiten des Lesens.

Den Begriff Speed Reading prägte allerdings ein anderer Mensch: Evelyn Wood. Sie erlebte im Studium wie einer Ihrer Lehrer – unklar ob Buswell – eine ca. 100-seitige Arbeit innerhalb von weniger als 5 Minuten durchgelesen hat. Das führte dazu, dass Sie anfing, sich stärker für das Lesen zu interessieren und an der eigenen Lesefähigkeit zu feilen. Sie gründete Reading Dynamics, ein Speed Reading System zur Schulung der Leseeffizienz. Das Speed Reading System wurde u.a. durch J.F. Kennedy bekannt, der nach dem Erlernen des Systems zu einem begeisterten Leser wurde. Ob Kennedy das Schnelllesen tatsächlich bei Evelyn Wood gelernt hat, ist jedoch unklar. Ab da verbreitete sich Speed Reading sehr rasch.

4. Lesegewohnheiten, die uns am Schnelllesen hindern

Professor Buswell führte mehrere Untersuchungen durch und Evelyn Wood griff einen großen Teil der Erkenntnisse auf. Ebenso griff auch der Wirtschaftspsychologe Dr. Stan Rogers parallel und unabhängig von Evelyn Wood das Thema Leseeffizienz auf. Jedoch war Tony Buzan derjenige, der das Thema Speed Reading in die Welt trug und den endgültigen Boom ausgelöst hat. Mittlerweile haben sich mehrere Ansätze entwickelt, die sich in einigen Kernpunkten ähneln: den Lesefehlern.

Es gibt mehrere Lesegewohnheiten, die uns vom Schnelllesen abhalten. Sie erfahren die drei wesentlichen und was Sie am Sinnvollsten dagegen tun sollten.

4.1 Regression: wie das Zurückspringen Sie am Vorankommen hindert

Falls Sie die Erfahrung gemacht haben, einem Menschen zuzuhören, der während des Gespräches gerne zu dem bereits Gesagten zurückgeht und es nochmal wiederholt, dann wissen Sie, wie mühselig das Zuhören sein kann. Es ermüdet Sie und am Ende kennen Sie in der Regel gar nicht die Aussage.

Genau das Gleiche spielt sich häufig beim Lesen ab. Haben Sie erlebt, dass Sie während des Lesens zurückspringen? Mitten im Satz? Das passiert zum Beispiel dann, wenn Sie ein Wort oder einen Satz nicht verstehen.

Wenn Sie allerdings permanent hin und her springen, erschweren Sie sich das Verständnis. Denn nach jedem Satz muss der Kopf die Redundanzen herausfiltern, Wörter, die übrig bleiben, müssen sinnvoll angeordnet und anschließend der Inhalt bewertet werden.

4.2 Subvokalisieren: Die innere Stimme begleitet Sie

Das Subvokalisieren ist das stumme Mitsprechen im Kopf. Als Sie das Lesen gelernt haben, war es notwendig sowohl laut als auch lautlos das Gelesene mitzusprechen. Die Wörter mussten vom Schrift- und Klangbild miteinander abgespeichert werden. Mit der Zeit ist Ihr Wortschatz gewachsen. Die Krücke »lautloses Mitsprechen« ist jedoch komplett geblieben.

Ausflug zum schnellsten Sprecher der Welt – etwas Mathematik
Dr. Winter demonstrierte bei »Wetten Dass…«, dass er der schnellste Sprecher ist, den man bisher kannte. Er sprach mehrere Zungenbrecher innerhalb kürzester Zeit aus. Für einen Zungenbrecher mit 71 Wörtern bzw. 309 Buchstaben brauchte er zum Beispiel 9,9 Sekunden. Das entspricht einer Geschwindigkeit von ca. 430 Wörtern pro Minute. Allerdings ist dieser Zungenbrecher recht knapp gewesen. Mit 4,35 Buchstaben je Wort (Durchschnitt) waren die Wörter kürzer als die typischen Wörter der deutschen Sprache. Ein durchschnittlicher Text besteht aus Wörtern mit durchschnittlich ca. 5,7 Buchstaben je Wort. Wäre der Zungenbrecher also ein typischer Durchschnittstext, dann hätte Dr. Winter eine Sprechgeschwindigkeit von ungefähr 330 Wörtern pro Minute.

Wie hilft Ihnen diese Erkenntnis beim Speed Reading lernen? Recht einfach: Wenn Sie alles mitsprechen, schaffen Sie es nicht schneller als 330 Wörtern pro Minute zu lesen. Wenn Sie schnell lesen lernen wollen, müssen Sie das Mitsprechen REDUZIEREN.

Wichtig und daher die Wiederholung: Es geht nicht um das Abstellen des lautlosen Mitsprechens. Sie brauchen es nach wie vor, um zum Beispiel unbekannte Wörter vom Klangbild und Schriftbild im Kopf ankommen zu lassen. Viele Wörter, die Sie heute lesen, kennen Sie allerdings. Daher empfiehlt sich das Reduzieren der Subvokalisierung.

4.3 Wort-für-Wort lesen: wie Sie unnötig die Augen anstrengen

Die dritte Lesegewohnheit, die Ihnen im Weg steht, ist das typische Einzelwortlesen. Als Sie das Lesen gelernt haben, war es entscheidend jedes Wort einzeln zu betrachten. Die Schreibweise und Anordnung der Buchstaben war maßgeblich für die Interpretation des Wortes.

Als erwachsener Mensch verfolgen Sie beim Lesen ein anderes Interesse: Sie wollen in der Regel für die Bedeutung des Textes und weniger die korrekte Schreibweise des Wortes erkennen.

Schnellleser lesen in sogenannten Sinngruppen. Eine Gruppe von Wörtern, die gemeinsam eine Botschaft tragen. Und das spiegelt sich meistens in 2-3 Wörtern bzw. 3-3,5cm wider. Natürlich nicht immer. Es gibt gerade in der deutschen Schriftsprache einzelne Wörter, die mehrere Bedeutungen in sich haben.

5. Möchten Sie Ihre Leseeffizienz testen?

Bevor Sie sich daran machen an der eigenen Lesegeschwindigkeit zu arbeiten: Testen Sie den aktuellen Stand. Das hat mehrere Vorteile: Einerseits kennen Sie Ihre derzeitige Leseeffizienz. Zum Anderen werden Sie um so motivierter sein dran zu bleiben, wenn Sie Fortschritte sehen.

Prüfen Sie nicht nur die Lesegeschwindigkeit, sondern auch den Verständnisgrad. Denn Tempo alleine sagt wenig aus. Sie haben hierfür zwei Möglichkeiten.

5.1 Lesegeschwindigkeit mit dem eigenen Text prüfen

Sie brauchen eine Stoppuhr, z.B. Ihr Handy. Nehmen Sie einen beliebigen Text, den Sie sowieso lesen wollten. Starten Sie die Stoppuhr und lesen Sie den Text so, wie Sie normalerweise Texte lesen. Sobald Sie mit dem Lesen fertig sind, schauen Sie, wie lange Sie fürs Lesen gebraucht haben. Am Besten notieren Sie die benötigte Zeit. Rechnen Sie die benötigte Zeit in Sekunden um und notieren Sie den Wert.

Da beim Lesen der Texte keine vorgegebenen Fragen existieren, müssen Sie schätzen, wie viel Sie vom Inhalt verstanden haben. Wenn Sie einen Text lesen, bleibt Ihnen in der Regel nur das eigene Gefühl für das Verständnis. Notieren Sie auch diesen Wert.

Nun zählen Sie die Wörter der ersten zehn Zeilen zusammen und teilen diese durch die Zehn. Notieren Sie auch diesen Wert. Zählen Sie anschließend alle Zeilen zusammen und notieren Sie auch diese.

Jetzt rechnen Sie die eigene Lesegeschwindigkeit und die eigene Leseeffizienz aus.

Nehmen Sie die gesamten Zeilen * Zeilen pro Wörter * 60 Sekunden und teilen Sie den Wert durch die insgesamt benötigte Sekundenzahl. Dann kennen Sie Ihre Lesegeschwindigkeit. Um die Leseeffizienz auszurechnen, multiplizieren Sie das Lesetempo mit dem geschätzten Verständnis.

Beispiel: Sie haben 4:35 Minuten gebraucht, somit 4*60 + 35 = 275 Sekunden. Ihrem Gefühl nach haben Sie ca. 70% verstanden. In den ersten zehn Zeilen waren 122 Wörter. Pro Zeile haben Sie sich 12,2 Wörter (122/10) notiert. Insgesamt hat der Text 80 Zeilen.

Sie rechnen nun 80 Zeilen * 12,2 Wörter * 60 Sekunden und teilen diesen Wert durch 275 Sekunden. Dabei kommt aufgerundet 213 Wörter pro Minute raus. Das ist nur die Lesegeschwindigkeit. Die Leeseeffizienz ist 213 Wörter pro Minute * 70% / 100%. Das ergibt 149,1 bzw. ca 150 Wörter pro Minute Leseeffizienz.

Sie lesen und verstehen nach diesem Rechenbeispiel zeitgleich 150 Wörter pro Minute.

5.2 Lesetest mit Verständnis online nutzen

Wenn Ihnen das Rechnen und Schätzen zu viel des Guten ist, dann testen Sie die eigene Lesegeschwindigkeit online. Bei dem Lesetest wird auch Ihre Leseeffizienz anhand von 10 Fragen ermittelt.

Kleiner Bonus: Sie erfahren, wie stark Teilnehmer mit einem ähnlichen Ausgangsniveau sich im Schnitt verbessert haben. Die Werte basieren auf einer Erfahrung mit über 20.000 Teilnehmern. Das hilft Ihnen zu sehen, wohin Ihre eigene Entwicklung gehen kann.

6. Schritt für Schritt schneller lesen lernen

Sie können bereits heute anfangen die eigene Lesefähigkeit zu verbessern. Die Vermeidung der Lesefehler ist der erste Schritt. Konkret bedeutet es:

  • Lesen Sie vorwärtsorientiert! Das erleichtert Ihnen das Verständnis. Viele Informationen werden erst aus dem Zusammenhang klar. Durch das Zurückspringen erschweren Sie sich das Verstehen. Und die Vorwärtsorientierung sorgt automatisch dafür, dass Sie schneller lesen. Bei spannenden Texten, zum Beispiel Romanen, kommen Sie ja auch nicht auf den Gedanken zurückzuspringen.
  • Reduzieren Sie die innere Stimme! Wenn Sie das lautlose Mitsprechen senken, werden Sie noch zügiger lesen. Denken Sie an den schnellsten Sprecher, der mit seinem Sprechtempo nicht über 330 Wörter pro Minute kommt.
  • Lesen Sie in Sinngruppen! Eine Gruppe von Wörtern, die gemeinsam eine Information tragen, ist eine Sinngruppe. Bitte achten Sie darauf, dass Sie die Sinngruppen scharf erkennen. Die Peripherie (das verschwommene Sehen, das Erahnen des Textes) sollten Sie lieber sein lassen. Es erzeugt Unsicherheit. Bitte auch nicht mehrere Zeilen auf einmal lesen, das ist genau so wie das Zurückspringen (alle Informationen müssen in eine Logik gebracht werden). Bleiben Sie im Rhythmus jeder einzelnen Zeile.

Diese drei Punkte beziehen sich mehr auf den physischen Aspekt des Lesens. Daneben ist es entscheidend, dass Sie die Lesestrategien anpassen.

7. Gehen Sie an den Text mit bedacht: Ihre Lesestrategie

Bevor Sie mit Lesen anfangen, müssen Sie wissen, warum Sie etwas lesen wollen. Was wollen Sie erreichen? Welches Ziel verfolgen Sie?

Beginnen Sie nie mit dem Lesen, wenn Ihnen unklar ist, warum Sie den Text lesen möchten. Das Lesen um des Lesens willen ist eine passive Auseinandersetzung mit dem Text. Und damit Zeitverschwendung.

Es gibt ca. 10 Lesestrategien, die Sie anwenden können. Hier sind die häufigsten 5, die im Alltag zum Einsatz kommen.

7.1 Lesetechnik Nummer 1: Vorausschau

Die Vorausschau ist dazu gedacht einen Überblick über das Thema zu gewinnen. Es ist kein Lesen! Die Lesetechnik soll Ihnen eher helfen zu erkennen, worum es in dem Text geht und anschließend die Entscheidung zu treffen, ob dieser Text für Sie wichtig ist. Wenn Sie den Text lesen wollen, folgt die Wahl, wie Sie den Text lesen werden.

7.2 Lesetechnik Nummer 2: Scanning

Bekannt auch unter dem Namen »suchendes Lesen«. Die Anwendung der Technik findet statt, wenn nur eine bestimmte Information benötigt wird. Dabei achten Sie auf sinngebende Wörter, die im Zusammenhang mit der gesuchten Information auftauchen können. Je mehr sinngebende Wörter es sind, um so schneller kann die einzelne Botschaft gefunden werden.

7.3 Lesetechnik Nummer 3: Skimming

Aus dem englischen abgeleitet (to skim = abschöpfen) zielt die Technik auf die wesentlichen Inhalte ab. Die Hauptgedanken stehen im Vordergrund. Dabei bleiben Sie nicht bei den Detailinformationen stehen, sondern gehen großzügig weiter.

7.4 Lesetechnik Nummer 4: Vollständiges Lesen

Beim vollständigen Lesen geht es darum, dass Sie – wie der Name es schon sagt – alles vollständig lesen. Komplett, bis ins kleinste Detail. Achten Sie darauf ebenfalls vorwärtsorientiert vorzugehen. Nicht nur die Hauptgedanken, sondern auch die Details sind hierbei bedeutend.

7.5 Lesestrategie PQRST / SQ3R

Beide Strategien gehen in die gleiche Richtung und sind für Menschen gedacht, die das Gelesene anschließend verankern müssen. Zuerst die Bedeutung der Kürzel:

PQRST = Preview (Vorausschau), Question (Fragen), Read (Lesen), Summary (Zusammenfassen), Test (Prüfen)
SQ3R = Survey (Überblick), Question (Fragen), Read (Lesen), Recite (Wiedergeben), Review (Rekapitulieren)

Wenn Sie genauer hinschauen: Beide Techniken sind identisch. Nur der Name unterscheidet sich.

Der Prozess beginnt mit der Vorausschau, dem Überblick über den zu lesenden Text. Schließlich wollen Sie wissen, worum es hier geht. Achten Sie dabei auf die Überschriften, Zwischenüberschriften, Bilder, Tabellen, Hervorhebungen, Inhaltsverzeichnisse, Zusammenfassungen. Entscheiden Sie anschließend, ob Sie den Text lesen wollen. Falls Sie ihn lesen wollen, treffen Sie die Entscheidung, was Sie von dem Text erwarten. Was sind Ihre Ziele?

Nach dem Überblick überlegen Sie sich Fragen zum Text. Was wollen Sie wissen? Welche Informationen sind entscheidend? So seltsam es auch klingt: Die Fragen sorgen dafür, dass die eigene Aufmerksamkeit unterstützt wird.

Nun beginnt das Lesen. Lesen Sie erstmal, ohne zu bewerten. Hören Sie dem Autor zu. Sobald Sie den Text gelesen haben, können Sie leichter die wesentlichen Botschaften erkennen. Denn Sie kennen den gesamten Gedanken des Autors.

Die Zusammenfassung folgt nach dem Lesen. Gehen Sie den Text durch und markieren Sie die wesentlichen Botschaften. Oder nutzen Sie Notizzettel für die Markierungen. Sie können auch mit eigenen Worten die Hauptgedanken aufschreiben.

Der Test bzw. die Rekapitulation beinhaltet das Prüfen der Notizen und den Abgleich mit den Fragen bzw. dem bereits Bekannten. Haben Sie alle Informationen, die Sie gebraucht haben? Sind neue Fragen entstanden? Wie passt es mit Ihrem bisherigen Wissen überein? Hilfreich ist es, wenn Sie sich vorher bewusst geworden sind, was Ihr Ziel ist. Denn nun können Sie prüfen, ob das Ziel auch erreicht wurde.

Empfehlung: Nachdem Sie den Text erarbeitet haben treffen Sie eine sinnvolle Entscheidung, was mit dem erarbeitetem Wissen passieren soll. Schließlich haben Sie ja Zeit investiert, um sich die Gedanken des Autos zu verdeutlichen. Es wäre schade, wenn es verpufft. Müssen die Informationen einem Kollegen zugeschickt werden? Oder auf Wiedervorlage für das nächste Meeting zu legen.

8. Auf dem Weg zum Schnellleser: Wie Sie schneller lesen lernen können

Jeder Sportler, sämtliche Musiker trainieren die Fertigkeiten. Genau so ist es auch beim Schnelllesen. Wenn Sie schnell lesen lernen möchten, kommen Sie um ein Training nicht herum. Das schöne ist, dass das Training nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Und Sie müssen nicht extra ins Fitnessstudio, sondern haben jeden Tag Lesematerial zur Hand, welches Sie sowieso bearbeiten werden.

Doch aufgepasst! Training ist nicht gleich Training. Es gibt viele Punkte, auf die Sie bei der Auswahl achten sollten.

  • Die Blickspanne, in der der Mensch den Text klar erkennt, beträgt 3-3,5cm. Das ist dadurch bedingt, dass der Leser in einem Bereich von 5° etwas scharf erkennen kann. Wenn die typische Distanz zum Text dazu kommt (ca. 35-40cm), entsteht die Breite von 3-3,5cm. Alles darüber hinaus ist das periphere, verschwommene und somit unsichere Sehen. Daher seien Sie vorsichtig bei Aussagen wie z.B. »mehrere Zeilen auf einmal erfassen« oder »ganze Zeile auf einmal erfassen« und dergleichen.
  • Stifte, Finger und weitere Hilfsmittel. Das Auge ist das schnellste Organ, welches wir besitzen. Jedes Hilfsmittel in Form von Stift oder Finger behindert Sie eher am Vorankommen. Sie werden feststellen, dass Sie sich mehr auf die Krücke konzentrieren, als auf den Text.
  • Sie sind bereits ein Leser. Die Übungen, die Sie an die Hand bekommen, sollten auf Sie angepasst werden. Nur so wird das beste Ergebnis erreicht.
  • Nach dem Training ist vor dem Training. Entscheidend ist auch die Unterstützung über das Training hinaus. Denn Gewohnheiten haben den Nachteil, dass diese eingeschliffen werden wollen.

Wir von Improved Reading unterstützen Sie. Unsere Erfahrung basiert alleine in Deutschland auf über 20.000 Teilnehmern. Dazu gehören Unternehmen, Behörden, Universitäten und offene Präsenz- bzw. Webtrainings.

8.1 Der Klassiker: Schneller lesen lernen mit dem Buch

Das Buch ist das klassische Mittel zum Lernen neuer Fertigkeiten oder Fachgebiete. Sie können sich das praxisorientierte Buch von Wolfgang Schmitz dafür holen. Das Buch ist seit dem Erscheinen auf Platz 1 unter Lesetechniken und wurde bereits von über 60.000 Menschen gekauft. Die überarbeitete Auflage (neue Tests und neue Übungen) ist weiterhin auf Platz 1 geblieben. Es gibt sowohl ein spezielles Buch für Jugendliche, als auch für Erwachsene.

Wer viel Selbstdisziplin hat, kann sich mit dem Buch gut in das Thema einarbeiten und bereits die ersten Erfolge verbuchen.

8.2 Online schneller lesen lernen am Computer

Sie möchten das Training schon mit einem Trainer erleben, haben jedoch keine Zeit für ein klassisches Seminar? Dann ist ein trainerbegleitetes Online-Training eine sinnvolle Alternative.

Hierbei absolvieren Sie viele Übungen am Bildschirm und der Trainer begleitet Sie im Hintergrund. Für das gesamte Training haben Sie 4 Wochen und sind ort- und zeitunabhängig.

8.3 Die Uni macht es möglich: Schneller lesen lernen für Studierende

Wer derzeit studiert, kann sich mit einem IR Uni Training für das Lesen im Uni Alltag stärken. Die Gruppen umfassen bis zu 20 Teilnehmer und beinhalten neben den praktischen Übungen Themen zu speziellen Anforderungen des universitären Lebens.

Das IR uni Training ist ein Präsenzseminar und kann deutschlandweit absolviert werden.

Kleiner Tipp: Das Training findet regelmäßig an den Universitäten statt. Falls Sie studieren, dann fragen Sie doch einfach mal nach, ob auch Ihre Universität das Training bereits anbietet.

8.4 Lesetechniken für den Berufsalltag: Das Businesstraining

Falls Sie viele Texte im Berufsalltag zu lesen haben, dann kommt das IR Training für Sie eher in Frage. In einer Gruppe von 9 Teilnehmern geht der Trainer stärker auf jeden einzelnen Teilnehmer ein und kann sich intensiver mit Ihnen austauschen.

8.5 Lieber ein Einzelcoaching?

Wer ungern mit anderen trainiert, kann sich in ein Einzelcoaching mit einem Trainer begeben. Dabei wird der Trainer nach dem eigenen Bereich gewählt. Bei 20 Trainern ist eine große Vielfalt vorhanden.

Fazit

Wenn Sie schneller lesen lernen möchten, sollten Sie nicht bei der Theorie stehen bleiben. Veränderungen entstehen durch Handlungen. Nutzen Sie die Möglichkeit, denn das Potenzial ist vorhanden.